Im November hat Marokko offiziell Afrikas ersten Hochgeschwindigkeitszug (TGV) ins Leben gerufen. Durch eine Partnerschaft zwischen Marokkos nationalem Eisenbahnbetreiber und der SNCF werden die Fahrzeiten zwischen Tanger, Rabat und Casablanca halbiert. Das ehrgeizige Projekt markiert den Beginn der Ära der Hochgeschwindigkeitszüge in Marokko.
(Über die AFD berichtet)

Es ist ein Game Changer für das Königreich. Mit Geschwindigkeiten von fast 320 km/h schneiden jetzt brandneue TGVs über die Hügel im Westen Marokkos und verbinden Rabat mit Tanger und Casablanca in nur 1 Stunde 20 Minuten bzw. 2 Stunden 20 Minuten, Fahrten, die zuvor 3 Stunden 45 Minuten und 4 Stunden 45 Minuten dauern würden.

Mit dem offiziellen Start der marokkanischen und französischen Staatschefs am 15. November war Marokko das erste afrikanische Land, das über Hochgeschwindigkeitszüge verfügte.

Sechs Millionen Reisende jährlich

Da die meisten Züge auf dem afrikanischen Kontinent Fracht transportieren, wird die neue 200 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke die alte Eisenbahn für den Gütertransport von Tanger Med, dem zweitgrößten Hafen Afrikas, freisetzen. Unterdessen werden im dritten Betriebsjahr für den neuen Hochgeschwindigkeitsverkehr jährlich 6 Millionen Passagiere erwartet.
Sie ist das Ergebnis einer einzigartigen Partnerschaft zwischen Marokkos nationalem Eisenbahnbetreiber (ONCF) und der SNCF. Der französische Betreiber stellte Know-how in den Bereichen Planung, Bau, Betrieb und Wartung der Hochgeschwindigkeitsbahn zur Verfügung. Die 12 Züge wurden von Alstom entworfen.

Das Projekt mobilisierte 5.000 Arbeitnehmer und ermöglichte Marokko, sein Eisenbahn-Know-how zu entwickeln. Einige sehen das Projekt sogar als Grundlage, aus der sich ein berufsschaffender professioneller Zugsektor entwickeln kann.

Schweres französisches Engagement und Kompetenz

Das Großprojekt belief sich auf 2,1 Mrd. EUR, von denen 51 % (1,1 Mrd. EUR) von Frankreich über die Réserve Pays émergents, garantierte Bankdarlehen und einen Forschungs- und Unterstützungsfonds des Privatsektors (FASEP) finanziert wurden. Auch die Agence Franéaise de Développement (AFD) unterstützte das Projekt mit einem Darlehen von 300 Mio. EUR, das die Baukosten für die Viadukte und die Eisenbahnstrecke für dieses überdimensionierte Projekt deckte.

Die marokkanische Regierung und mehrere arabische Fonds (Saudi Fund for Development, Kuwait Fund for Development, Abu Dhabi Fund for Development, Arab Fund for Economic & Social Development).

Biodiversitätsschutz im Auge behalten

Während des gesamten Projekts achtete die AFD besonders darauf, ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen zu überwachen. So wurde beispielsweise ein spezielles Abkommen von ONCF und dem Haut-Commissariat des Eaux et Foréts in Marokko unterzeichnet, um die Achtung der biologischen Vielfalt zu gewährleisten, insbesondere in den beiden malerischen Naturgebieten, durch die die Hochgeschwindigkeitsstrecke verläuft. Ziel war es, das Naturerbe Marokkos zu schützen und gleichzeitig die Entwicklung seines Eisenbahnsystems zu fördern.

Für ONCF ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke nur der Anfang eines umfangreichen Investitionsprogramms in Höhe von 3 Mrd. EUR für das gesamte Land, das den Bau eines 1.500 km langen Netzes umfasst, das den „Atlantischen“ Korridor Tanger-Casablanca-Agadir mit dem Korridor „Nordafrika“ von Casablanca-Rabat-Fés-Oujda verbindet. Ziel ist es, die Dichte im inländischen Eisenbahnnetz zu erhöhen, nachhaltige Mobilität zu fördern und die Isolation zwischen den Gebieten zu verringern.

Als Vorläufer des Hochgeschwindigkeitsbahndienstes in Afrika ist der marokkanische TGV auch ein Standardträger für die innovativen, grünen Verkehrsprojekte, die im ganzen Land entwickelt werden, einschließlich der Stadtbahn in Rabat und Casablanca. Mehr als nur ein Zug bietet der TGV einen Einblick in die Zukunft der Landnutzungsplanung in Marokko mit moderneren, zugänglicheren und weniger umweltschädlichen Verkehrsmitteln, die den Passagieren einen sicheren Transit ermöglichen. Die Gänge drehen sich.